Donnerstags-Filmkritik: Paul Maars "Lippels Traum"

Lippels Traum
Collina Filmproduktion/Universum Film
ab 8. Oktober 2009 im Kino
Der elfjährige schüchterne Philipp, genannt Lippel, hängt sehr an seinem alleinerziehenden Vater Otto Mattenheim. Als der Sternekoch beruflich in die USA reisen muss, lässt er Lippel daheim in Passau in der Obhut der neuen Haushälterin Frau Jakob zurück.


Schon einmal, Anfang der 1990er Jahre, wurde der moderne Kinderbuchklassiker verfilmt. Die damalige Version fand aber wohl keine Gnade in den Augen von Autor Paul Maar, und so schrieb er bei der Neuverfilmung gleich selbst am Drehbuch mit, wie zuvor schon bei anderen Adaptionen, etwa dem „Sams“. Anstatt zu sklavischer Werktreue zu führen, sind mit Maars Beteiligung behutsame Änderungen des Originalstoffs vorgenommen worden, um die Geschichte aus den 1980ern Jahren zeitgemäßer zu machen und am Schluss eine kleine romantische Komponente einzufügen. Herausgekommen ist ein sehenswerter Film für die ganze Familie, der stetig zwischen Lippels realem Leben und seiner Traumwelt, das einem orientalischen Märchen gleicht, hin und her pendelt und aufzeigt, wie wichtig die Fantasie – beispielsweise durch das Absinken in einem Buch – im Leben ist. Gespielt wird der kleine Held von Jungstar Karl Alexander Seidel, der in der Darstellung von Lippels Ängsten und deren Überwindung glänzt. Als seine garstige Gegenspielerin ist Anke Engelke – wie viele andere – in einer Doppelrolle zu sehen. Den Kinderschreck verkörpert sie ebenso überzeugend mit kühler Biestigkeit wie die Intrigantin im Wüstenreich. Vervollständigt wird die Riege mit Moritz Bleibtreu als Otto, Christiane Paul als Serafina und etlichen weiteren namhaften Mimen in Gastrollen. Freigegeben ist die einfallsreiche und aufregende Reise ab 6 Jahren, obwohl einige Szenen, etwa die Verfolgung durch die Palastwächter, für kleinere Kinder beängstigend sein könnten. Nach der umjubelten Premiere in München am 3. Oktober läuft „Lippels Traum“ am 8. Oktober in den deutschen Kinos an. (TD)

Fotos © collina film/Rolf v.d. Heydt
Labels: Donnerstags-Filmkritik, Film
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